Andacht

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entnommen aus dem Marienwerder Boten Februar bis März 2012 (Ausgabe Nr. 552)

Liebe Leserinnen und Leser,

Reparaturarbeiten hören erst dann auf, wenn die Welt untergeht. Vielleicht kennen Sie diesen Stoßseufzer der Eigenheimbesitzer oder müssen ihn gelegentlich selbst ausstoßen. In Wohnungen, egal ob Miet- oder Eigentumswohnung, ist das nicht viel anders. Selbst bei Kirchen nicht, wie es das Titelbild dieses „Marienwerder Boten“ ja zeigt. Die evangelische Einsicht: „Ecclesia semper reformanda est – die Kirche ist ständig zu erneuern“ reicht bis in die Bausubstanz.

Aber ist das nicht eindrucksvoll, wie unterschiedlich solche Erhaltungs- und Umbauarbeiten sein können? Da musste z.B. oben unter dem Erkertürmchen in der Mitte Mauerwerk ersetzt werden; hell scheinen die neuen Steine, so richtig passen sie noch nicht rein, müssen erst „nachdunkeln“. Rechts an der Bildkante auf der Bretterwand: sind da Fenster geplant, Durchblick für morgen? Wenn ja, dann werden sie sich von dem alten Bogenfenster mit dem Maßwerk doch stark unterscheiden. Das ist dann gewöhnungsbedürftig.

Wie denn auch immer: es liegen noch viele helle Quader zum Einbau bereit, andere haben bereits ihren Ort gefunden, die Palette auf dem Vorplatz ist fast leer.

Während dieser „Bote“ aktuell ist, wählen wir am 18. März einen neuen Kirchenvorstand: auch so eine Neubau-, Umbau-, Renovierungsmaßnahme unserer Kirche. Wenn Sie dabei den Stift in die Hand nehmen, um auf dem Wahlzettel ihr Kreuz zu machen oder wenn Sie gar selbst kandidieren, legen Sie mit Hand an auf dieser Kirchenbaustelle, sind angesprochen vom Wort aus dem 1. Petrusbrief:

„Lasst euch selbst als lebendige Steine in den Tempel einfügen, den der Geist Gottes baut.“ (Kap. 2, Vers 5a)

Und übrigens Kreuz! Während dieser "Bote" aktuell ist, ist Passionszeit, Gedenkzeit an das Leiden Jesu. Das endet am Keuz. Auf dem Bild vorne suchen wir ein Kreuz vergeblich. Das darf ja wohl nicht heißen: „Um Jesu anzunageln ist ein Kreuz nicht unbedingt nötig; da reicht auch schon allein eine Kirchenmauer?“ Nein! Dann doch ganz gewiss dies: „Jesus hängt an seiner Kirche, auch an der aus lebendigen Steinen, eben an Ihnen und an mir.“

Und dabei weht diese Plane am Bauzaun wie ein helles Altartuch vom Ostermorgen in einem Wind, der wie der Geist weht, wo und wann er will.

Bis dahin Ihnen „Alles Gute!“

Ihr

Heinz Speit                                                                                                                            

 

 

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