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Ablauf des Traugottesdienstes in Marienwerder

(Grundstruktur – Varianten sind im Traugespräch zu erörtern!)

Vor dem Gottesdienst pflegt sich viel oder wenig Volk einzufinden. Der Parkraum an der Kirche ist Null, allenfalls dürfen gehbehinderte Personen aussteigen, aber die PKW’s wünschen wir etwas weiter weg. Das Kloster beherbergt ein Alten- und Pflegeheim, und vor der Kirche ist die Zufahrt für Rettungs-, Kranken- und schlimmstenfalls Feuerwehrfahrzeuge.

Dann fragt sich, wie man in die Kirche hineinkommt. Es gibt mehrere Möglichkeiten:

 

1.      Alles Volk bildet ein Spalier vor der Kirche (müsste von guten Freundinnen / Freunden organisiert werden), Brautpaar kommt ganz zum Schluss, spaziert mit Pastor / Pastorin durchs Spalier, zieht vor allen anderen in die Kirche ein.

2.      Umgekehrt: Alle setzen sich schon in die Kirche, Brautpaar mit Pastor marschieren also letzte ein.

3.      Variationen zu 3: Bräutigam ist auch schon sehnsuchtsvoll harrend in der Kirche, Brautvater erscheint mit Braut ganz zum Schluss und überbringt sie dem Bräutigam. Kann man machen, es fragt sich nur, welche Frauenrolle hier dargestellt wird.

 

Beim Betreten der Kirche bzw. beim Begrüßen werden dem Pastor / der Pastorin die Ringe übergeben, er / sie legt sie dann auf den Altar. Pastorin / Pastor und Brautpaar gehen in den Altarraum, Brautpaar bleibt vor den Stühlen einen Moment stehen (Stille, Gebet zum Ankommen und Einfinden), auf ein Zeichen nehmen beide Platz. Trauzeuginnen / Trauzeugen benötigt der evangelische Trauungsgottesdienst nicht; Freundinnen oder Freunde des Brautpaars können aber gern im Chorraum (Altarraum) seitlich Platz nehmen. Fotos und Videos: Kein Problem, wenn’s einigermaßen professionell geschieht, also ruhig, überlegt und mit geübter Handhabung der Technik. Dokumente müssen sein, das ist völlig in Ordnung. Was nicht sein muss, ist, dass alle Onkel und Tanten ihre Knipserchen mit Blitz rauslassen, das stört!!

 

Während des Einzugs und auch noch ein wenig länger spielt die Orgel. Oder es ertönt andere Musik, das ist abzusprechen. Nach der Musik zum Eingang wird Pastor / Pastorin alle begrüßen, sich vorstellen und den Gottesdienst eröffnen. In der Regel folgt ein Eingangslied oder ein weiteres Musikstück.

 

Der anschließende Teil des Gottesdienstes ist der Wortteil. Reihenfolge:

 

Bibelwort als Motto – Gebet und Psalm (also Gebet aus der Bibel) – Lesung aus der Bibel, gewöhnlich im Zusammenhang mit dem Trauspruch ausgesucht – noch ein Lied bzw. Musikstück – und dann die Ansprache über den Trauspruch, den das Brautpaar aussuchen sollte, aber nicht muss. Wir haben eine Reihe von Trausprüchen auf Extrablatt zum Suchen und Stöbern – und beim Diskutieren des angemessenen Trauspruchs wird das suchende Brautpaar vermutlich auch einige Entdeckungen über möglicherweise bisher nicht bewusste Erwartungen an die Ehe und aneinander machen, die Arbeit, den Trauspruch selbst auszusuchen, ist höchst wichtig und zu empfehlen!

 

Nach der Predigt sollte kein Lied gesungen werden. An dieser Stelle des Gottesdienstes ist eigentlich Stillhalten angesagt, Hören auf ein Musikstück, Durchatmen, Ruhe, Genießen. Wir sind in der Mitte des Gottesdienstes.

 

Jetzt folgt Teil 2, das ist der Trauungsteil. Bisher durfte das Brautpaar sitzen bleiben, damit ist nun Schluss. Pastor / Pastorin wird das Brautpaar bitten, aufzustehen. Es folgen zunächst vier biblische Orientierungspunkte:

 

1.      „Gott sprach: Es ist nicht gut, dass der Mensch allein sei; ich will ihm einen Gefährten schaffen, der ihm entspricht“. (1. Mose 2, 18). Aus dem zweiten Schöpfungsbericht der Bibel – ein Hinweis auf die partnerschaftliche Grundstruktur jeder Ehe.

 

2.      Jesus, auf seine Meinung zur Ehe und ihrer Dauer hin befragt, erklärte unter Anderem: „Gott, der im Anfang den Menschen geschaffen hat, schuf ihn als Mann und Frau. Darum wird ein Mensch seinen Vater und seine Mutter verlassen und an seinem Ehepartner hängen, und die beiden werden eins sein in jeder Beziehung. So sind sie nun nicht mehr zwei, sondern eins. Was aber Gott zusammengefügt hat, soll der Mensch nicht scheiden.“ (Matthäusevangelium, 19, 4folgende).

 

3.      „Darin ist die Liebe Gottes unter uns erschienen, dass Gott seinen einzigen Sohn in diese Welt gesandt hat, dass wir durch ihn leben sollen. Und darin hat die Liebe ihren Bestand: Nicht wir haben Gott geliebt, sondern er hat uns geliebt und seinen Sohn gesandt zur Versöhnung für unsere Schuld. Hat Gott uns so geliebt, dann sollen wir uns auch untereinander lieben“. (1. Johannesbrief, Kapitel 7, 9-11).

 

4.      „Vertragt einander in Liebe und seid eifrig darum bemüht, die Einigkeit zu wahren; ihr seid verbunden im Frieden. Ordnet euch einander unter in Ehrfurcht vor Jesus Christus, wir alle sind Mitglieder seines Leibes, der Gemeinde. Ein jeder Mann habe seine Frau lieb wie sich selbst und eine Frau ehre ihren Mann. Jede Frau habe ihren Mann lieb wie sich selbst und der Mann ehre seine Frau.“ (Worte aus dem Epheserbrief, Kapitel 5 und 6).

 

Es folgt eine kurze Anrede an das Brautpaar und an deren Ende die Traufragen:

 

N.N., bist Du bereit, N.N., die / den Gott dir anvertraut, als Gabe und Geschenkt Gottes anzunehmen, sie / ihn zu lieben und zu ehren und die Ehe mit ihm / ihr nach Gottes Gebot und unter seiner Verheißung zu führen in guten wie in bösen Tagen, solange Gott euch das Leben schenkt, so antworte: Ja, mit Gottes Hilfe.

 

Es ist also lediglich zu wiederholen: Ja, mit Gottes Hilfe.

 

Es gibt auch andere Formen dieses Gelübdes. Darüber kann man sich natürlich, wenn es interessiert, im Traugespräch unterhalten!

 

Das ausgesprochene Wort muss bekräftigt werden durch Zeichen. Zunächst wird Pastorin / Pastor sich an die Ringe auf dem Altar erinnern, sie den beiden reichen mit der Bitte, sie sich gegenseitig anzustecken. Je nach Gewandung des Pastors / der Pastorin wird auch gern die aus der katholischen Kirche stammende Sitte übernommen, die Getrauten darum zu bitten, sich die Hände zureichen, diese Hände mit der Stola (eine Art Schärpe, farbig) zu umwickeln und diese zusammengeschlungenen Hände dann zu segnen: Was Gott zusammengefügt hat, das soll der Mensch nicht scheiden.

 

Auf jeden Fall wird das Ehepaar nun gebeten, zu knien (Kissen sind vorhanden), die Gemeinde darf sich auch einmal erheben. Es folgen das Vaterunsergebet (alle gemeinsam), ein Gebet für das Ehepaar (Pastor / Pastorin) und der Trauungssegen. Nach einer kurzen Zeit des Schweigens – das darf alles keinesfalls schnell, geschweige denn gehetzt vor sich gehen – erhebt sich das Ehepaar auf ein Zeichen des Pastors / der Pastorin und setzt sich wieder.

 

Damit ist der zweite Hauptteil des Gottesdienstes vorbei. Fällig sind an dieser Stelle Mitteilungen – über den Kollektenzweck, über besondere Verabredungen, was auch immer nötig sein mag. Ein weiteres Lied wird gesungen, oder ein Musikstück wird gespielt / gesungen.

 

Den Abschluss des Gottesdienstes bildet ein Fürbittengebet, an dem sich auch das Ehepaar, Freundinnen, Freunde, Familienmitglieder.... beteiligen können. Das bedarf rechtzeitiger Absprache und Organisation, aber es ist eine sehr schöne Geste der Verbundenheit! Übrigens können Freundinnen, Freunde, Verwandte usf. auch Lesungen im Gottesdienst übernehmen... das ist alles verhandelbar, und dafür ist ja das Vorgespräch gut.

 

Nach dem Fürbittengebet schließt Pastorin / Pastor den Gottesdienst mit der Entlassung und dem Segen ab; zum Nachspiel zieht man gewöhnlich in umgekehrter Reihenfolge des Eingangs wieder aus: ist das Brautpaar zu Beginn zuerst eingezogen, so zieht es jetzt zuletzt aus der Kirche aus und umgekehrt. Aber hier gibt es keine Gesetze! Man muss nicht zum Nachspiel raus, man kann es auch in Ruhe und Frieden abwarten und entfleucht dann.

 

Blumen können zu Beginn gestreut werden oder zum Schluss, zum Beginn und zum Schluss... da herrscht Freiheit, in der Regel wird der eingesetzte Streudienst auch seine eigenen Regeln aufstellen. Kinder, die Blumen streuen sollen, müssen übrigens etwas vorher an die Kirche gewöhnt werden.. sonst sind sie u.U. nicht in sie hinein zu kriegen!

 

Für den Gottesdienst braucht kein Brautpaar diese Zeilen mitzunehmen, um sich ängstlich transpirierend an ihm festzuhalten. Man muss sich im Trauungsgottesdienst nichts merken. Dies Übersicht ist für die eigene Vororientierung auch im Blick auf das Traugespräch da, mehr nicht. Natürlich wird es gut sein, diese Zeilen sich vorher vorzuknöpfen, dann ergeben sich später detailliertere und ergiebigere Gespräche!

 

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