vom 18. April 2018

Losung

Siehe, Kinder sind eine Gabe des HERRN.

Psalm 127,3

Lehrtext

Da wurden Kinder zu Jesus gebracht, dass er die Hände auf sie legte und betete.

Matthäus 19,13

Aktuelle Woche

Kirchliche Woche

Sonntag, 15. April 2018 bis Samstag, 21. April 2018

Wochenspruch

Ich bin der gute Hirte. Meine Schafe hören meine Stimme, und ich kenne sie, und sie folgen mir; und ich gebe ihnen das ewige Leben. (Joh 10, 11a. 27-28a)

Feiertag

Miserikordias Domini (2. Sonntag nach Ostern)

Erklärung

Gott ist der gute Hirte, der es an nichts fehlen lässt: Der Psalm vom Hirten ist vielen noch bekannt. Der Sonntag Miserikordias Domini handelt von der „Güte des Herrn“ und benutzt dazu das Bild des Hirten, ein Bild, das sich als roter Faden zwischen den biblischen Buchdeckeln zieht: Die Sorge um Wohlergehen und Recht für jeden Menschen. Aufgrund von Gottes Güte und Sorge jedenfalls müsste niemand Mangel haben und niemand bedroht sein.
Die Texte dieses Sonntags stellen darüber hinaus auch die Frage: Wer ist ein guter Hirte? Jesus nennt sich als Beispiel (Johannesevangelium 10). Doch wer folgt diesem Beispiel, wer sonst noch weidet wen, wie es recht ist? Wer lässt wen wie an der Güte des Herrn teilhaben? Fragen nicht nur an die Amtsträger, die Hirten genannt werden. Fragen an diejenigen, die Verantwortung tragen, die leitende Positionen innehaben, Fragen aber auch an jeden einzelnen im Volke Gottes.

Thema

Der gute Hirte

1. Petr 5, 1-4

1 Die Ältesten unter euch ermahne ich, der Mitälteste und Zeuge der Leiden Christi, der ich auch teilhabe an der Herrlichkeit, die offenbart werden soll:

2 Weidet die Herde Gottes, die euch anbefohlen ist, und achtet auf sie, nicht gezwungen, sondern freiwillig, wie es Gott gefällt, nicht um schändlichen Gewinns willen, sondern von Herzensgrund,

3 nicht als solche, die über die Gemeinden herrschen, sondern als Vorbilder der Herde.

4 So werdet ihr, wenn erscheinen wird der Erzhirte, die unverwelkliche Krone der Herrlichkeit empfangen.

Andacht der Woche

Neugierig sein auf Gott und auf die Menschen

„Ich glaube, das ist nichts für mich. Ich bin nicht heilig.“ Skeptisch sieht mich mein Gegenüber an. So ähnlich hatte er mich schon angeschaut als ich ihn das erste Mal gefragt hatte, ob er sich nicht vorstellen könne, für den Kirchenvorstand zu kandidieren. Er war mit seiner Familie erst vor knapp zwei Jahren von weiter weg hergezogen und arbeitete als Lehrer an einer weiterführenden Schule. Auf den ersten Blick - und meist auch auf den zweiten – war er nicht so, wie man sich einen Lehrer vorstellt: Er hatte einen gewagten Kleidungsstil. Und rund um sein Haus sah es immer ein wenig so aus als ob dort gerade ein Flohmarkt veranstaltet würde. 

Wenn ich ihn traf, erzählte er viel und gerne und war sehr interessiert an allem, was so im Ort passierte. Mit Kirche, so bekannte er freimütig, sei er bisher außer Taufe, Konfirmation und Hochzeit so gut wie gar nicht in Berührung gekommen. Als Jugendlicher und später im Studium und zum Berufseinstieg seien andere Dinge dran gewesen. Und irgendwie hätten ihm auch die ansprechenden Angebote gefehlt. Auch heute sei sonntags um 10 Uhr einfach nicht seine Zeit. So gegen Abend, das würde besser passen. Und tatsächlich kam er dann zum Abendgottesdienst.

Beim Dorffest sprach ich ihn auf eine Kandidatur für den Kirchenvorstand an. Er lehnte zumindest nicht gleich ab, sondern lud mich ein, doch mal abends vorbeizukommen. Seine jüngste Tochter solle ohnehin noch getauft werden. Da könne man ja gleich auch noch drüber sprechen.

Es wurde ein spannender Abend. Wir haben viel über entscheidende Momente im Leben gesprochen. Darüber, was einem Halt gibt, woran wir uns orientieren können und was wir unseren Kindern auf den Lebensweg mitgeben möchten. Warum Taufe, Konfirmation und Trauung für viele Menschen wichtig sind, auch wenn Kirche und Glaube sonst kaum im Alltag vorkommen. Und wie Kirche für ihn aussehen müsste, damit auch Menschen Mitte 30 oder Anfang 40 öfter kommen. 

„Tja, interessant wäre es schon bei Euch mitzuarbeiten. Aber ich weiß nichts vom Gottesdienst und so, kenne diese ganzen Gebete und die meisten Lieder und Eure Kirchenregeln nicht. Ich bin nicht heilig oder wie das bei euch heißt. Und als Kirchenvorsteher muss ich das doch sein und alles wissen, oder?“

Nein, ich fand nicht, dass er das alles wissen musste. Wer in der Kirche Verantwortung übernimmt, muss zuerst mal neugierig sein auf Menschen und auf Gott. Und Mut mitbringen, auch mal ungewöhnliche Wege zu gehen und unbequeme Fragen zu stellen. Klar sind auch Fachkenntnisse notwendig. Aber die kann man lernen. Und Leitung ist immer Teamarbeit. Je mehr unterschiedliche Begabungen zusammenkommen, umso besser.

Am Ende hat er sich bereit erklärt, zu kandidieren. Im kommenden Juni startet er nun schon in seine zweite Amtszeit als Kirchenvorsteher. „Aber es gibt immer noch vieles, was mir nicht so ganz klar ist in der Kirche“, schrieb er mir neulich. Aber das ist ja vielleicht auch ganz gut so.

 

Pastor Benjamin Simon-Hinkelmann

Liturgische Farbe

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Weiß als ungebrochenes Licht, als Vereinigung aller Farben, als Farbe von Reinheit und Unschuld bestimmt die Christusfeste (Ostern, Weihnachten) und die Sonntage des Göttlichen Gegenwart (Epiphanias, Trinitatis)

Bild: Klaus Brinkmann

© Ev.-luth. Landeskirche Hannovers

Text: Grethlein, C./Ruddat, G.:Liturgisches Kompendium

Moment Mal

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Erfahrungen des menschlichen Alltags, aus dem Glauben gedeutet - Eine Reihe zum kurzen Innehalten im schnellen Lauf der Zeit - Autorin: Susanne Niemeyer

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Morgenandacht

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Wer wie die Beerdigungsleiterin Karin Bury-Grimm oft mit Angehörigen am Grab eines Menschen steht, bekommt einen anderen Blick auf das Leben.

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Wochenlied

Der Herr ist mein getreuer Hirt (EG 274)

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