Angedacht

Editorial aus dem aktuellen Gemeindebrief "Marienwerder Bote" Nr. 587

Angedacht
Titel Marienwerder Bote 587

Liebe Leserinnen und Leser,

Sterne sehen wir in der Adventszeit überall: auf Verpackungen, auf Laternen, in den Lampen der Straßenbeleuchtung in der Innenstadt. Sie schmücken und machen es uns schön. Doch welche Bedeutung hat dieses Symbol?

Es ist der „Morgenstern“ – Jesus Christus selbst. Er ist für uns wie ein heller Stern, der uns in der Dunkelheit leuchtet. Er gibt uns unsere Würde, zeigt uns Gottes Liebe, gibt uns Kraft zur Versöhnung und schenkt uns das ewige Leben. Sein „Licht“ kommt aus dem „Licht“ Gottes (Nizänisches Glaubensbekenntnis). Mit ihm haben wir ein Leben in Geborgenheit bei Gott, in hellen und in dunklen Tagen.

 

In der Klosterkirche haben wir einen Radleuchter im Gewölbe der „Damenempore“, der die Symbolik „Christus als der Morgenstern“ in sich aufgenommen hat. 1880 wurde dieser Leuchter aus Metall gespendet. Schauen Sie auf das Foto: ein großer Stern mit sieben Zacken (die Zahl 7: Vollkommenheit Jesu im Kosmos), eingefasst in einen Kreis (Symbol Sonne). An den Enden der Zacken sind wiederum 7 kleine Sterne. In den Zacken selbst sind Blüten und Ranken zu sehen (Paradies). Der Fotograf schaut von unten auf den Leuchter. Nicht sichtbar ist hier: Auf diesem Stern steht aufrecht eine Christusfigur in einem mandelförmigen Strahlenkranz. Auf den Spitzen der Sternzacken sitzen goldene Türme, verbunden durch 7 Bögen. Zusammen ergeben sie die Stadtmauer des Himmlischen Jerusalems.

Christus mit Kreis (Sonne) und Morgenstern dargestellt, demonstriert: dieser ist der Messias, der Retter (Bibelstellen dazu: Offb. 22,16 und Num. 27,17). Im alten Mesopotamien wurden die Sterne am Himmel wie Götter verehrt. Astrologen deuteten die Sterne, die den göttlichen Willen kundtun sollten. So orientieren sich die drei Weisen aus dem Morgenland und finden das Jesuskind. Das Judentum hatte sich davon abgewandt, Gestirne als Gottheiten zu sehen, denn Gott ist der Schöpfer der Sterne.

Christus ist der Morgenstern am Ostermorgen, am Tag der Auferstehung. Der Morgenstern ist zu sehen, wenn die Sonne im Osten aufgeht. Darum sind alle Kirchengebäude nach Osten ausgerichtet. Wer sein Leben nach dem „Morgenstern“ ausrichtet, der hat eine gute Orientierung im Leben.

Eine gesegnete Advents- und Weihnachtszeit wünscht Ihnen

Ihre Pastorin Judith Augustin