vom 18. April 2019

Losung

Ein Mensch sieht, was vor Augen ist; der HERR aber sieht das Herz an.

1. Samuel 16,7

Lehrtext

Der Herr wandte sich und sah Petrus an. Und Petrus gedachte an des Herrn Wort, wie er zu ihm gesagt hatte: Ehe heute der Hahn kräht, wirst du mich dreimal verleugnen. Und Petrus ging hinaus und weinte bitterlich.

Lukas 22,61-62

Aktuelle Woche

Kirchliche Woche

Sonntag, 14. April 2019 bis Samstag, 20. April 2019

Spruch

Er hat ein Gedächtnis gestiftet seiner Wunder, der gnädige und barmherzige Herr. (Psalm 111,4)
 

Feiertag

Palmarum (6. Sonntag in der Passionszeit)

Erklärung

Am Gründonnerstag wurden ehemals die zu Beginn der Fastenzeit ausgeschlossenen Sünder nach entsprechenden Bußhandlungen wieder in die Gemeinde aufgenommen. Von diesem Geschehen her mag der Name entstanden sein („Greindonnerstag“ vom „Greinen“ der Sünder, von ihrem „Weinen“ her gedeutet). Eine Verbindung mit der Farbe Grün herzustellen scheint weniger sinnvoll.
Der Gründonnerstag hebt sich aus dem Ganzen der Heiligen Woche heraus durch verschieden äußere und innere Elemente; er ist gewissermaßen Höhepunkt und Tiefpunkt zugleich, da er einerseits bestimmt wird durch die Sorge des Heilands um seine Gemeinde, indem er ihr das Heilige Abendmahlals Vermächtnis stiftet, und andererseits durch das von tiefster Verzagtheit erfüllte Gebet in Gethsemane. 

Quelle: © Martin Senftleben, www.daskirchenjahr.de

Thema

Einsetzung des heiligen Abendmahls

1. Kor 11, (17-22)23-26(27-29.33-34a)

17 Dies aber gebiete ich euch: Ich kann's nicht loben, dass ihr nicht zum Besseren, sondern zum Schlechteren zusammenkommt.

18 Zum Ersten höre ich: Wenn ihr in der Gemeinde zusammenkommt, sind Spaltungen unter euch; und zum Teil glaube ich's.

19 Denn es müssen ja Spaltungen unter euch sein, auf dass die unter euch offenbar werden, die bewährt sind.

20 Wenn ihr nun zusammenkommt, so hält man da nicht das Abendmahl des Herrn. 

21 Denn ein jeder nimmt beim Essen sein eigenes Mahl vorweg, und der eine ist hungrig, der andere ist betrunken.

22 Habt ihr denn nicht Häuser, wo ihr essen und trinken könnt? Oder verachtet ihr die Gemeinde Gottes und beschämt die, die nichts haben? Was soll ich euch sagen? Soll ich euch loben? Hierin lobe ich euch nicht.

23 Denn ich habe von dem Herrn empfangen, was ich euch weitergegeben habe: Der Herr Jesus, in der Nacht, da er verraten ward, nahm er das Brot, 

24 dankte und brach's und sprach: Das ist mein Leib für euch; das tut zu meinem Gedächtnis. 

25 Desgleichen nahm er auch den Kelch nach dem Mahl und sprach: Dieser Kelch ist der neue Bund in meinem Blut; das tut, sooft ihr daraus trinkt, zu meinem Gedächtnis.

26 Denn sooft ihr von diesem Brot esst und von dem Kelch trinkt, verkündigt ihr den Tod des Herrn, bis er kommt.

27 Wer also unwürdig von dem Brot isst oder von dem Kelch des Herrn trinkt, der wird schuldig sein am Leib und Blut des Herrn.

28 Der Mensch prüfe aber sich selbst, und so esse er von diesem Brot und trinke von diesem Kelch.

29 Denn wer isst und trinkt und nicht bedenkt, welcher Leib es ist, der isst und trinkt sich selber zum Gericht.

30 Darum sind auch viele Schwache und Kranke unter euch, und nicht wenige sind entschlafen.

31 Wenn wir uns selber richteten, so würden wir nicht gerichtet.

 32 Wenn wir aber von dem Herrn gerichtet werden, so werden wir gezüchtigt, auf dass wir nicht samt der Welt verdammt werden.

33 Darum, meine Brüder und Schwestern, wenn ihr zusammenkommt, um zu essen, so wartet aufeinander.

34 Hat jemand Hunger, so esse er daheim, auf dass ihr nicht zum Gericht zusammenkommt.

Alles andere will ich ordnen, wenn ich komme.

Andacht der Woche

Zu seinem Gedächtnis

Wir Christen gehen in diesen Tagen gedanklich Jesu letzte Stunden mit; wir versuchen, uns hinein zu versetzen, hinein zu fühlen. Wie ist das, wenn man ahnt, dass das Leben nicht mehr lange dauert? Vielleicht nur noch einen Tag? Vielleicht nur noch ein paar Stunden?
Was würde ich in einer solchen Lage tun?

Jesus feiert ein letztes Abendessen im Kreise der Menschen, die ihm am nächsten sind. Er feiert es so, wie es sich für einen Juden anlässlich des hohen Festes geziemt – als Passamahl, streng nach den Vorschriften des Alten Testaments.
Und feiert doch etwas Neues: als er für das Brot und – nach dem Mahl – für den Wein dankt, verknüpft er das Gedächtnismahl an die Rettung der Vorväter mit seinem eigenen Schicksal. "Mein Leib", "mein Blut", "tut dies zu meinem Gedächtnis".

Zu seinem Gedächtnis – das haben die Christen nach Ostern von Anfang an so gehalten. Wenn sie sich am 1. Tag der Woche – damals noch der Sabbat/Samstag – zum Gottesdienst trafen, 'brachen sie das Brot'. So hat es auch der Jude Saulus nach seiner Bekehrung zum Christen Paulus kennengelernt und später dann in den von ihm gegründeten Gemeinden beibehalten.

Auch in Korinth: "Was ich empfangen habe, habe ich euch weitergegeben: Der Herr Jesus, in der Nacht, da er verraten ward …" Es ist die älteste der vier Fassungen der Einsetzungsworte des Abendmahles, die wir in der Bibel überliefert haben. Und bis auf ein paar Ergänzungen, die aus den anderen drei Varianten (zu finden bei Matthäus, Markus und Lukas) eingeflossen sind, benutzen wir sie genau so noch immer.

"Tut dies zu meinem Gedächtnis" – nirgendwo sonst im Gottesdienst fühle ich mich Jesus so nah, wie an dieser Stelle. Es ist, als wäre ich von ihm selbst eingeladen. Sein Leib für mich. Ich bin in eine 2000 Jahre währende ununterbrochene Traditionskette mit hineingenommen; eine Kette, an deren Anfang Jesus selbst steht und die auch durch mich weitergepflegt und an andere weitergegeben wird.

Zu seinem Gedächtnis. Zu meinem Leben.


Reinhard Fiola, Pastor
 

Liturgische Farbe

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Weiß als ungebrochenes Licht, als Vereinigung aller Farben, als Farbe von Reinheit und Unschuld bestimmt die Christusfeste (Ostern, Weihnachten) und die Sonntage des Göttlichen Gegenwart (Epiphanias, Trinitatis)

Bild: Klaus Brinkmann

© Ev.-luth. Landeskirche Hannovers

Text: Grethlein, C./Ruddat, G.:Liturgisches Kompendium

Moment Mal

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Erfahrungen des menschlichen Alltags, aus dem Glauben gedeutet - Eine Reihe zum kurzen Innehalten im schnellen Lauf der Zeit - Autor: Klaus Böllert

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Morgenandacht

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Nachdem er Jesus tatsächlich wie vorhergesagt verleugnet hatte, war Simon Petrus am Boden. Trotzdem hörte er nie auf zu hoffen. Die Morgenandacht von Iris Macke.

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Wochenlied

Das Wort geht von dem Vater aus (EG 223)