Foto:Sybille Heller

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© Klosterkammer Hannover

Gründung des Klosters

Gründungsurkunde

In der Abschrift der Gründungsurkunde aus dem Jahr 1216 (wahrscheinlich aus Anlass der zweiten Weihe des Klosters) heißt es:...

"Im Namen der heiligen und unteilbaren Dreieinigkeit. Thetmarus, von Gottes Gnaden Bischof der Mindener Kirche.... Da es eine Pflicht unseres Namens und Amtes ist, daß wir das , was auf die Verehrung des göttlichen Namens und die Ehre des Hauses Gottes zielt, mit peinlicher Sorgfalt fördern und möglichst mit fürsorglicher Vorsicht betreiben, soweit die frommen Wünsche der Getreuen den gebührenden Erfolg haben und, auf dauernde Festigkeit gestützt, verharren: Also allen Getreuen wünschen wir bekanntzugeben, daß der edle Mann, Graf Konrad von Roden, an einer gewissen Stelle seines Erbgutes, die in unserem Mindenschen Bistum liegt, sie heißt jetzt die Insel der heiligen Maria, eine Konventualkirche errchtetund sie dotiert hat mit der Insel selbst, wo sie gegründet ist, un dem anliegenden Hof, mit allen seinen Priveligien und Pertinenzien in Aeckern, Wiesen, Wäldern, Weiden und Fischereien (sowohl in der Leine und in den Gräben und Teichen) und durchaus mit jedem Recht, mit dem der Graf Konrad selbst und sein Vater Hildebald eben dies Güter besessen haben."

Dann werden die übrigen Schenkungen aufgezählt:

  • 11 Hufen zu Havelse (Havekesla) und 3 Teiche daselbst
  • 7 Hufen zu Letter (Lectere)
  • 2 Mühlen an der Leine und die Fischerei im Flusse
  • 3 Hufen zu Seelze (Sellese)
  • 3 Hufen zu Leistlingen (Lestelache)
  • 5 Hufen zu Berenbostel (Bardingburstelle)
  • 5 Hufen zu Stöcken (Stockem) und
  • die Kirche in Engelbostel (Hendelingeburstelle).

Die Vogtei (Aufsicht) behielt der Aelteste der Familie sich vor.

Mitteilugen aus Schlegels Kirchen- und Reformationsgeschichte von Norddeutschland (Hannover, 1828)

"Nach der Legende des Klosters ward es von des Stifters Vater mit Ländereien rechtlich dotiert, und des Stifters Mutter widmete demselben ihren weiblichen Schmuck und schöne Kleinodien. Noch ehe der Bau ganz vollendet war, hatte Hermann von Knigge das Unglück, einen Mann aus angesehener Familie, Florentium, wahrscheinlich im Zweikampf, zu entleiben. Doch selbst die Freunde des gebliebenen nahmen auf Verwendung anderer Angesehenen den Täter in Schutz, nur mußte er zur Sühne nicht unbeträchtliche Güter an das neu gestiftete Kloster geben. In den lateinischen Urkunden wird das Kloster Mariae Vividarium genannt, und soll der Name dadurchentstanden sein, weil ein Schiffer auf diesem Werder ein Marienbild gefunden. Der Schiffer soll, um das Kloster, zu welchem man zur zu Schiffe gelangen konnte, zugänglich zu machen, mit großen Unkosten und mühsamer Arbeit die Leine haben abgraben lassen, so daß das Kloster nicht mehr auf einer Insel liegt. Auch die Nachkommen des Stifters haben es, so wie mehrere andere, von Zeit zu Zeit reichlich beschenkt. Da dieses Klostzer ansehnliche Reliquien besaß, so sind ihm durch Wallfahrten auch reichliche Einkünfte zugeflossen."